Allgemeiner Artenschutz

Großes Federgras (Süd-Kyffhäuser)
Ziel des Artenschutzes ist der Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten in ihrer natürlichen sowie historisch gewachsenen Vielfalt. Er ist Gegenstand des Bundes- naturschutzgesetzes und soll gewährleistet werden durch den Schutz der wild lebenden Arten vor Beeinträchtigungen und die Gewährleistung ihrer Lebensbedingungen, den Schutz der Lebensstätten und Biotope der wild lebenden Arten sowie die Wiederansiedlung verdrängter wild lebender Arten in geeigneten Biotopen des natürlichen Verbreitungsgebiets. Der Artenschutz ist auch bei sämtlichen Bauvorhaben, die einen Eingriff in die Natur darstellen, zu beachten (Speziele artenschutzrechtliche Prüfung).
 
Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises ist zuständig für den Vollzug der artenschutzrechtlichen Bestimmungen, welche sich aus internationalen Bestimmungen (Washingtoner Artenschutzübereinkommer) den europa- rechtlich Richtlinien und Verordnungen (FFH- und Vogelschutzrichtlinie, EG Artenschutzverordnung 338/97 mit den jeweils aktuellen Anhängen) und den nationalen Regelungen des Bundes- naturschutzgesetzes und der Bundesartenschutzverordnung.
 
Das Sachgebiet Artenschutz hat dabei das Ziel, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten im Kyffhäuserkreis zu erhalten. Dies erfolgt durch Schutz und die Förderung wildlebender Pflanzen- und Tierarten, die Regulierung des Handels mit wildlebenden Arten sowie den Schutz und die Pflege der Lebensstätten von Arten. Dazu gehören die Unterstützung konkreter Artenschutzmaßnahmen wie z.B. an Amphibienschuttzzäunen und in Fledermausquartieren, die Überwachung des gewerblichen Sammelns und Entnehmens von Pflanzen sowie wissenschaftlichen Untersuchungen zur heimischen Flora und Fauna. Zudem erfolgt die Prüfung von Eingriffsvorhaben auf Konflikte mit geschützten Arten und deren Lebensräumen und die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen, wenn Ansiedlungen wild lebender Tiere wie Wespen, Hornissen oder Vögel, aber beispielsweise auch der Wolf, zum Problem werden (allgemeiner Artenschutz). Informationen zum Umgang mit der Rückkehr der Wölfe erhalten Sie auf
 

Amphibienschutzanlagen im Kyffhäuserkreis

application/pdf Amphibienanlagen-Tabelle.pdf (121,6 KiB)

Weiterhin gehört auch die Überwachung der Haltung und des Handels mit geschützten Arten zum Aufgabengebiet (handelsrelevanter Artenschutz). Zu den geschützten Arten gehört der überwiegende Teil der exotischen Tierarten, wie z. B. Affen, Papageienvögel, Landschildkröten, Riesenschlangen, Echsenarten wie z.B. Geckos und Chamäleons, aber auch zahlreiche heimische Arten. Auch alle europäischen Vogelarten, die vielfach in Volieren gehalten werden, zählen dazu.

Handelsrelevanter Artenschutz

Bild einer Anakonda
Viele exotische aber auch einheimische Tiere und Pflanzen gelten als besonders geschützten Arten. Der Handel sowie Besitz derer ist deshalb nur in Ausnahmen erlaubt. Um den illegalen Handel und somit starken Rückgang von Arten in ihren natürlichen Lebensräumen zu minimieren, ist es Aufgabe des Artenschutzes, für die Einhaltung artenschutzrechtlicher Bestimmungen zu sorgen und Verstößen gegen diese entgegenzuwirken.
 
Deshalb muss, jeder Halter von Wirbeltieren der besonders geschützten diese bei der unteren Naturschutzbehörde anmelden. Weitergehende Einzelheiten zu den rechtlichen Bestimmungen und den sich daraus für den Tierhalter ergebenden Verpflichtungen sind in den Informationsblättern M1 – M4 erläutert. Zudem bestehen auch Vorschriften zur artgerechten Haltung geschützter Arten und in den meisten Fällen auch die Notwendigkeit einer Tiergehege-Genehmigung (M6). Jegliche Vermarktung einer besonders geschützten Art bedarf ebenfalls einer Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde.
 
Sie wissen nicht, ob das von Ihnen gehaltene Tier geschützt ist? - Informationen zum Schutzstatus einzelner Arten erhalten Sie hier: http://www.wisia.de/index.html
 
Oft unterliegen auch im Urlaub angebotene Souvenirs aus Tieren und Pflanzen einem Schutzstatus und bedürfen somit einer Genehmigung der Ausfuhr aus dem Urlaubsland sowie der Einfuhr nach Deutschland. Unter folgenden Links erfahren Sie mehr:
 
 

Allgemeiner Tierschutz, Jagd und Fundtiere

Bild einer Steppenschildkröte
Während der Artenschutz die Erhaltung der Arten als solcher bezweckt, also die Gesamtheit der jeweiligen Populationen in ihren Lebensräumen in den Blick nimmt, geht es beim Tierschutz um das Einzellebewesen, dem ein tierschutzgerechtes Leben, z. B. bei Haltung oder dem Transport, ermöglicht werden soll. Für den Tierschutz ist das Veterinäramt des Landratsamtes zuständig.
 
Zahlreiche Arten (wie z. B. alle heimischen Greifvögel, Enten, Gänse, Elstern, Rabenkrähen, Groß- und Raubsäuger, wie z.B. Rothirsch, Reh, Wildschwein, aber auch Wildkatze, Wolf, Waschbär, Iltis und Hermelin) unterliegen zusätzlich als „sogenannte Doppelrechtler“ oder ausschließlich dem Jagdrecht. Zuständige Ansprechpartner in solchen Fällen sind in der Unteren Jagdbehörde zu finden.
 
Für die Versorgung und Unterbringung von Fundtieren zeichnet sich grundsätzlich die Gemeinde, auf deren Gebiet das Tier gefunden wurde, als örtliche Fundbehörde zuständig. Diese prüft, ob das Fundtier Besitz- oder Haltungsverboten z.B. auch nach Artenschutzrecht unterliegt und setzt sich ggf. mit der Naturschutzbehörde in Verbindung. 
 
Werden verletzte Tiere aufgefunden, dürfen diese grundsätzlich aufgenommen werden um sie gesund zu pflege und wieder in die Freiheit zu entlassen, sobald sich das Tier selbständig erhalten kann. Die Naturschutzbehörde berät in diesen Fällen bzw. übernimmt verletzet Tiere um diese in geeigneten Pflegestellen unterzubringen. Für Dauerpflegefälle ist grundsätzlich eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erforderlich. 
 
Hier können Fundtiere in Pflege gegeben werden:
 

Baumschutz

Birne
Die Zuständigkeit für den Baumschutz im bebauten Innenbereich obliegt der jeweiligen Gemeinde oder Stadt, die hierfür eine kommunale Baumschutzsatzung erlassen kann. Artenschutzrechtliche Bestimmungen sind allerdings auch hier zu beachten. Darüber hinaus ist in der freien Landschaft (Außenbereich) und beim Nichtvorliegen einer kommunalen Baumschutzsatzung auch in der Ortslage (bebauter Innenbereich) die Zuständigkeit der unteren Naturschutzbehörde gegeben. In dem Fall sind für Baumfällungen außerhalb des Waldes entsprechende Anträge in der Unteren Naturschutz- behörde zu stellen (Formular).
 
§ 39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 BNatSchG (Bundesnaturschutz- gesetz) verbietet Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grund- stücken stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis 31. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Ganzjährig zulässig sind lediglich schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Wer davon abweichen möchte muss in jedem Fall einen Antrag auf Befreiung oder Zustimmung in der unteren Naturschutzbehörde stellen. Eine Genehmigung wird erteilt, wenn die Fällung der akuten Gefahrenabwehr dient bei nachweislich nicht mehr stand- und bruchsicheren Bäumen. Hingegen kann eine Befreiung erteilt werden, wenn die Anwendung des zeitlich befristeten Fällverbots im Einzelfall zu einer unzumutbaren Belastung führen würde. Auch hierbei sind jeweils artenschutzrechtliche Bestimmungen zu berücksichtigen.
Bei noch offenen Fragen sowie zum Erhalt weiterer Informationen wenden Sie sich an die Untere Naturschutzbehörde.
 
Landratsamt Kyffhäuserkreis
Amt für Umwelt, Natur und Wasserwirtschaft
Untere Naturschutzbehörde (UNB)
Markt 8
99706 Sondershausen
 
Ansprechpartner:
Herr T.Schlufter
Telefon: 03632/ 741336
E-Mail: Kontakt
 
Frau K.Schappmann
Telefon: 03632/ 741354
E-Mail: Kontakt

Formulare/ Informationsblätter

application/pdf Anlage 1 (Handel) - nicht anzeigepflichtige Tierarten gemaess Anlage 5 BArtSchV.pdf (19,1 KiB)

application/pdf Anlage 1 - Herkunftsbestaetigung des Zuechters.pdf (14,3 KiB)

application/pdf Anlage 2 (Handel) - Meldeformular zur Tierbestandsanzeige.pdf (33,2 KiB)

application/pdf Anlage 2 - KYF Tierbestandsanzeige.pdf (13,4 KiB)

application/pdf Anlage 2 - Tierbestandsanzeige.pdf (558,2 KiB)

application/pdf Anlage 3 (Handel) - Muster des Aufnahme- und auslieferungsbuches gemaess Anlage 4 BArtSchV.pdf (12,4 KiB)

application/pdf Anlage 3 - Artenliste Papageien.pdf (57,0 KiB)

application/pdf Anlage 4 - Liste nicht anzeigepflichtiger europaeischer Vogelarten.pdf (9,0 KiB)

application/pdf Anlage 5 - Artenliste_Schildkroeten_mit_Schutzkategorien[1].pdf (17,2 KiB)

application/pdf Anlage 6 - Tiergehege (2).pdf (40,0 KiB)

application/pdf Anlage 8 - Liste nicht anzeigepflichtiger Reptilien- und Amphibienartenl.pdf (13,3 KiB)

application/pdf Anlage 10 - Cites Antrag ausfuellbar.pdf (947,6 KiB)

application/pdf Antrag auf Baumfaellung.pdf (34,6 KiB)

application/pdf Cites-Antrag - Erlaeuterungen.pdf (38,7 KiB)

application/pdf Informationsblatt zur Praeparation.pdf (23,6 KiB)

application/pdf UNB KYF-M1_allg Merkblatt Meldung Handel.pdf (102,3 KiB)

application/pdf UNB KYF-M2_Handel, Haltung, Zucht von Papageienvoegeln.pdf (119,6 KiB)

application/pdf UNB KYF-M3_Schutz, Handel, Haltung, Zucht von europaeischen Voegeln.pdf (121,0 KiB)

application/pdf UNB KYF-M4_Merkblatt Handel, Haltung und Zucht von Schildkroeten.pdf (121,0 KiB)

application/pdf UNB KYF-M5_ Merkblatt zum Sammeln und Verkauf von Pilzen.pdf (97,8 KiB)

application/pdf UNB KYF-M6_Hinweise Tiergehegegenehmigung.pdf (110,4 KiB)

application/pdf UNB KYF-M7_Merkblatt Zoofachhandel.pdf (132,0 KiB)

application/pdf UNB KYF-M8_Umgang und Abgabe tot aufgefundener Tiere und Pflanzen.pdf (99,6 KiB)

application/pdf UNB KYF-M9_Merkblatt zur Praeparation geschuetzter Arten.pdf (110,3 KiB)

application/pdf UNB KYF-M10_Hinweise zum Artenschutz fuer naturkundliche Museen.pdf (127,1 KiB)

application/pdf UNB KYF-M11_Merkblatt zum Umgang mit Fundtieren.pdf (195,0 KiB)

application/pdf UNB KYF-M12_Merkblatt Tierboersen und Tierverkaufsschauen.pdf (118,9 KiB)

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