Pressemeldung vom: 27.11.2015 - 13:11 Uhr


Das Schweigen brechen

Das Schweigen zu brechen, hinzuschauen bei Gewalt gegenüber Frauen, dazu ermutigten die Teilnehmenden des Fachtages „Die Rechte eines Opfers bei häuslicher Gewalt – Das Hilfesystem im Kyffhäuserkreis“ mit einem gemeinsamen Abschlussfoto.

Mit Plakaten in der Hand, auf denen der Ausspruch „Wir brechen das Schweigen!“ und die Nummer des anonymen bundesweiten Hilfetelefons zu sehen war, zeigten viele der Anwesenden „Gesicht“, um Betroffenen Mut zu machen. Dass dieser gebraucht wird, um sich aus dem Gewaltkreislauf zu befreien, darauf machte auch die Landrätin Antje Hochwind (SPD) in ihrem Grußwort aufmerksam.

Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen: häufiger als Verkehrsunfälle und Krebs zusammen, zitierte sie die Aussagen der  Menschenrechtsorganisation Terre de Femmes. Auch bei uns im Kyffhäuserkreis ist häusliche Gewalt gegen Frauen ein Thema, was auch die offiziellen Zahlen belegen. So verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr 48 Fälle, das Frauenhaus beherbergte 28 Frauen und 30 Kinder, die Familien- und Erziehungsberatungsstelle führte 145 Beratungen im Kontext häuslicher Gewalt durch und die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt Nordthüringen betreute 209 Klientinnen und 219 Kinder waren von elterlicher Partnerschaftsgewalt mitbetroffen.

Laut einer Studie des Bundesministeriums erfährt jede 4. Frau häusliche Gewalt. Das ist erschreckend, zeigt es doch, wie hoch die Dunkelziffer ist. Unabhängig von Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit – häusliche Gewalt kommt in allen sozialen Schichten vor.

Auch der Bürgermeister der Stadt Sondershausen, Herr Joachim Kreyer (CDU), machte ganz klar deutlich, dass die Diskriminierung der Frau noch längst nicht aus allen Köpfen verschwunden ist. Das sei auch nicht verwunderlich, da über Jahre hinweg, Frauen sich der männerdominierten Sichtweise beugen mussten. Männer sind aufgefordert, das „Nein“ einer Frau zu akzeptieren und das sollte auch als Erziehungsauftrag für unsere Kinder verstanden werden.
Präventionsarbeit ist eine wichtige Säule, um Gewalt vorzubeugen, doch auch das Vorhandensein von Hilfseinrichtungen im Notfall muss gewährleistet sein. So wurde der Rahmen der Fachveranstaltung dazu genutzt, eine Spende von 1.000 € an das Frauenhaus in Sondershausen zu überreichen. Herr Michael Göpfert vom Kirchenkreis Bad Frankenhausen übergab gemeinsam mit der Landrätin als Schirmherrin der Aktion: „Einmal Essen macht zwei Mal satt“ eine Spende in Höhe von 800 € und Bianca Fliß konnte noch 200 € aus den Erlösen des Kinder- und Teenie-Sachenbasars hinzufügen.

Dankbar nahm die Mitarbeiterin des Frauenhauses Frau Jährling den Betrag entgegen und dankte dabei auch für die Unterstützung durch Landkreis und Stadt.

Nach dem interessanten Fachvortrag zum Opferschutzgesetz durch die Fachanwältin Frau Kellner aus Gotha, stellten die Hilfesysteme im Kyffhäuserkreis ihre vernetzte Arbeitsweise vor.

Die Familien- /Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamtes Frau Katharina Töppe sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sonderhausen Frau Christin Nowak dankten dem Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Kyffhäuserkreis für die gute und effektive Zusammenarbeit. Ein herzliches Dankeschön ging auch an den Moderator Herrn Höttermann von der Landesarbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendschutz, der eigens aus Erfurt angereist war und das Schweigen brach.


Foto 1:
Fahnenhissaktion am 25.11.2015
Mit der Fahnenhissaktion zum 25.November – dem Internationalen Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen – gedachten die Teilnehmenden des Netzwerkes gegen häusliche Gewalt sowie interessierte Bürger/innen gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Sonderhausen Herrn Joachim Kreyer– den vielen Opfern von Gewalt in aller Welt. Symbolisch wird an diesem Tag in zahlreichen Ländern die Fahne der Menschrechtsorganisation Terre des Femmes als Zeichen der Verbundenheit gehisst.    

Foto 2:
Übergabe Spendengelder durch Diakonie

Foto 3:
Abschlussfoto „Wir brechen das Schweigen“

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