Pressemeldung vom: 31.01.2017 - 14:01 Uhr

Information zum Artenschutz über die Verschärfung des Schutzstatus für die auch in Thüringen gehandelten Arten

Graupapagei (Psittacus erithacus) und Himmelblauer Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi) aufgrund der Beschlüsse der 17. Cites-Vertragsstaatenkonferenz - Hinweise für Zucht und Handel


Im Ergebnis der 17. Cites-Vertragsstaatenkonferenz in Johannesburg im September 2016 wurden die, auch für den Handel in Thüringen relevanten Arten Graupapagei (Psittacus erithacus) und Himmelblauer Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi ), welche bisher im Anhang WA II und dementsprechend Anhang „B“ der EG-Artenschutzverordnung gelistet waren und demzufolge den Schutzstatus „besonders geschützt“ besaßen, in den Anhang WA I hochgestuft.

Das bedeutet, dass mit dieser Hochstufung auch die Bestimmungen der EG-Artenschutzverordnung angepasst werden.

In Folge dessen, wird voraussichtlich ab Februar 2017 für diese Arten auch in Deutschland der Schutzstatus „streng geschützt“ gelten.

Daraus folgt, dass nach Inkrafttreten der angepassten EG-Artenschutzverordnung für eine Vermarktung von Exemplaren der dann streng geschützten Arten Graupapagei und Zwergtaggecko eine formgebundene, behördliche Vermarktungsgenehmigung (Cites) erforderlich wird.

Eine solche Genehmigung kann nur ausgestellt werden, wenn für die Nachzuchten die erforderlichen Nachweise zur legalen Herkunft der Elterntiere vorliegen sowie die Kennzeichnung entsprechend der Kennzeichnungsvorschriften nach Bundesartenschutzverordnung vorhanden, lesbar und eindeutig ist.

Graupapageien wurden in großen Mengen eingeführt und sind demnach in großer Anzahl in Thüringen vorhanden. Wie die Erfahrungen zeigen, sind viele dieser Graupapageien noch nicht entsprechend den Vorgaben der Bundesartenschutzverordnung gekennzeichnet. Viele Tiere tragen unzulässige Ringe (keine ZZF oder BNA-Ringe), ohne dass diese Abweichung von der Kennzeichnungspflicht von der zuständigen Behörde anerkannt worden ist. Darüber hinaus knabbern Graupapageien erfahrungsgemäß stark an ihren Ringen, so dass zu befürchten ist, dass Kennzeichen (Ringnummern) nicht mehr lesbar sind und eine Zuordnung zur Besitzberechtigung demnach nicht mehr nachgewiesen werden kann. Um derartige Probleme, insbesondere unter den strengen Anforderungen bei der Erteilung von EG-Vermarktungsbescheinigungen nicht noch weiter zu verschärfen, sind die Besitzer von Graupapageien aufgefordert, die Lesbarkeit der Ringnummern unverzüglich zu überprüfen und ggf. eine Umkennzeichnung zu beantragen.

Die Art Himmelblauer Zwergtaggecko wurde seit ca. 2004 in großen Mengen in die EU eingeführt und auch auf nahezu jeder Reptilienbörse gehandelt. Im Jahr 2014 wurde die Art in Anhang B – also „besonders geschützt“ - eingestuft.

Der Himmelblaue Zwergtaggecko ist nun ebenfalls in Anhang A hochgestuft worden. Es ist zu befürchten, dass Halter des Himmelblauen Zwergtaggecko diesen schon nach der Aufnahme in Anhang B nicht bei den Naturschutzbehörden angemeldet haben und nun ebenfalls Nachweisprobleme haben. Die Halter von Himmelblauen Zwergtaggeckos, die Ihre Tiere bisher nicht gemeldet haben sind deshalb aufgefordert, Ihrer Meldepflicht unverzüglich nachzukommen.


Die Meldung und Überprüfung der Kennzeichnung der gehaltenen Graupapageien sowie die Meldung gehaltener Himmelblauer Zwergtaggeckos ist auch deshalb von Belang, da die Verschärfung des Schutzstatus auch zur Folge hat, dass Verstöße gegen die artenschutzrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Vermarktung, dann dem Strafrecht unterliegen.

Weitergehende Auskünfte erteilt die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt (03632 741-354).

zurück