Pressemeldung vom: 30.03.2017 - 12:03 Uhr


In der DDR geschiedene Frauen trafen sich in Roßleben

Noch immer berührt das Unrecht, welches den Frauen, die in der ehemaligen DDR geschieden wurden, zugefügt wurde. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, die Forderung nach einem (fiktiven) Versorgungsausgleich zu betonen, sondern dass den Frauen der Bestandsschutz auf die DDR-Rente im Zuge der Rentenüberleitung entzogen wurde im Gegensatz zu den Männern. Sie wurden also weder nach Ost- noch nach Westrecht behandelt. Die Frauen fühlen sich diskriminiert und in ihrer Lebensleistung nicht anerkannt.

Das war auch am Montag, 27.03.2017 bei einem gemeinsamen Treffen im Mehrgenerationenhaus in Roßleben zu spüren, zu dem die Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamtes Frau Töppe geladen hatte. Gemeinsam mit der Mitarbeiterin Frau Spehr vom Büro der Landtagsabgeordneten (Bündnis 90 / Die Grünen) Frau Babette Pfefferlein, wurde sich den Fragen der anwesenden Frauen gestellt und über neue Entwicklungen berichtet. Einen Lichtblick stellt die Forderung des UN-Frauenrechtsausschusses dar, der sich im Februar dieses Jahres auf Antrag des Vereines der in der DDR geschiedenen Frauen, intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Er fordert die Bundesregierung auf, das Unrecht gegenüber den betroffenen Frauen mittels eines Ausgleichsfonds aufzuheben und eine Entschädigung nach dem neuen Opferentschädigungsgesetz zu ermöglichen. Hierauf setzen die Frauen ihre Hoffnung, aber auch auf die Übernahme von Verantwortung der Politiker und Politikerinnen vor Ort. Nach Angaben des Vereines der DDR geschiedenen Frauen lebt jede 2. Frau in Armut, muss hochbetagt arbeiten gehen und kann so viele Menschenrechte nicht wahrnehmen. Nach einem oftmals entbehrungsreichen Leben, welches mit viel Familienarbeit verbunden war, wird ihnen diese Leistung von der Gesellschaft nicht anerkannt. Das ist nicht nur frustrierend, sondern existenziell. Es bleibt zu wünschen, dass diesem Hilferuf entsprochen und nicht auf die biologische Lösung gewartet wird. Die anwesenden betroffenen Frauen waren sich darüber einig, auch weiter auf ihre Situation aufmerksam machen zu wollen und verabschiedeten sich mit einem herzlichen Dankeschön, insbesondere auch bei Frau Zänker vom Mehrgenerationenhaus in Roßleben, die zudem noch einen Rundgang durch das Sozialkaufhaus „Glücksgriff“ organisierte.

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