Pressemeldung vom: 28.02.2018 - 07:02 Uhr

100 Jahre Frauenwahlrecht – Grund zur Freude?

Es ist zur Selbstverständlichkeit geworden, dass Männer und Frauen gleichberechtigt zur Wahl gehen können. Wir stellen das in Deutschland nicht mehr in Frage. Ja, vielleicht denken wir nicht einmal darüber nach. Doch der Abschaffung dieser bis 1918 bestehenden Diskriminierung ist ein vehementes Eintreten von mutigen Frauen vorausgegangen. Anfang des 20 Jh. mit Ausgangspunkt in Großbritannien begannen Frauen auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen. Sie gingen mit Plakaten und Marschgesängen beharrlich auf die Straßen und fanden schließlich Gehör. Mit ihrem Women*s March haben sie Geschichte geschrieben und einen unglaublich wichtigen Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter getan.

Engagierten Frauen in Deutschland ist es zu verdanken, dass dieser Weg weiter beschritten wird. Das ist nach wie vor bedeutsam. Ein Blick ins Bundesparlament. genügt, um zu sehen, dass Politik größtenteils immer noch „Männersache“ ist. 69 Prozent der Abgeordneten im Bundestag sind Männer, die restlichen 31 Prozent entfallen auf die Frauen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch die schlechtere Entlohnung in den Sozial-,Erziehungs-, und Pflegeberufen, in denen hauptsächlich Frauen zu finden sind, sind Indizien dafür, dass immer noch Handlungsbedarf besteht. Der Blick nach Amerika erschüttert da noch tiefer. Erst im vergangenen Jahr gab es Frauenaufmärsche gegen den rassistischen, nationalistischen und sexistischen Kurs des Präsidenten. Aber auch in Deutschland erstarkt dieses Gedankengut. Die politischen Vertreter*innen der AfD propagieren mit ihrer „nationalen Bevölkerungspolitik“, dass das Gebären wieder erste Pflicht der Frau sein soll, heteronormative Kleinfamilien privilegiert und damit Alleinerziehende sowie sämtliche Queers ins Abseits gedrängt werden sollen. Es gilt, wachsam zu bleiben und sich den Wert der Errungenschaften immer wieder vor Augen zu führen. Über eine Projektförderung im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit „durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „DENK BUNT“ hat der Förderverein der Gemeinschaftsschule Oldisleben gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten ein Angebot an Schulen des Landkreises erarbeitet, das die Frauenrechte in den Fokus nimmt. In diesem Zusammenhang wird ein Rap-Workshop stattfinden und ein aktueller „Women*s March Song – Kyffhäuserkreis Edition“ einstudiert.

Dieser wird dann in zwei Veranstaltungsformaten, zu denen Schüler*innen aus den Schulen des Kyffhäuserkreises eingeladen werden, zu hören sein. Am 09.03.18 findet nach dem Zeigen des Filmes „Suffragetten – Taten statt Worte“ die Uraufführung des Songs im Kino des Ferienparks Feuerkuppe auf dem Straußberg statt. Im Anschluss daran ist eine Politikerinnen - Talk-Runde vorgesehen. Hierzu stehen lokale Politikerinnen den Jugendlichen Rede und Antwort. Die zweite Veranstaltung ist dann für den 23.03.18 im Stuki-Kino in Bad Frankenhausen vorgesehen. Mitte März wird die Rap-Version des „Women*s March Song - Kyffhäuser Edition" der Schülerinnen unseres Landkreises unter Anleitung der Rapperin Nifty MC auch im Internet auf der Website: www.womens-march.de – zu sehen sein.

100 Jahre Frauenwahlrecht sind ein Grund zur Freude und diesen haben auch unsere nachfolgenden Generationen verdient.

Familien- / Gleichstellungsbeauftragte Landratsamt Kyffhäuserkreis Katharina Töppe


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