Pressemeldung vom: 15.08.2013 - 08:08 Uhr

Lernen vor Ort im Kyffhäuserkreis – Bilanz und Ausblick bis August 2014

Seit das Projekt „Lernen vor Ort im Kyffhäuserkreis“ 2009 gestartet ist, wurde immer wieder über einzelne Maßnahmen und Aktivitäten berichtet. Dabei dürfte allen Interessierten durchaus eine Entwicklung aufgefallen sein. Das Anliegen von Lernen vor Ort wurde deutlicher, je mehr konkrete Produkte im Laufe des Projektes entstanden sind.

Viel ist in den vergangenen Jahren passiert. Unter Leitung von Cornelia Naumann, die seit 2010 Projektleiterin ist, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so manches Projekt initiiert und die Weichen für einige interessante Entwicklungen im Landkreis gestellt. „Die Anfangszeit war schwierig. Viele unserer Partner  innerhalb und außerhalb der Verwaltung  konnten mit Begriffen wie Bildungsmanagement oder Monitoring nichts anfangen“ sagt sie. Also war es wichtig, erst einmal ein Grundverständnis des Projektes sowie der Ziele, die es verfolgt, zu vermitteln. „Lernen vor Ort betrachtet Bildung als ganzheitlichen und lebensumspannenden Prozess. Dieser ist für alle Bürger und Bürgerinnen und in jeder Arbeits- und Lebenssituation wichtig.“ Dieser Ansatz in Verbindung mit der Grundannahme, dass eine Kommune über viele Möglichkeiten in der Ausgestaltung der regionalen Bildungslandschaft verfügt, bildet die Basis der Arbeit des Lernen vor Ort Teams. „Wir wollen im Bildungsbereich insbesondere Problemfelder aufgreifen. Dort setzen wir über das Projekt und die Anbindung an die Verwaltung an. Im ersten Schritt steht die Analyse. Ist das Problem und seine Ursache klar, geht es um die Erarbeitung von langfristigen Lösungen und Strukturen“ so Naumann weiter. Die Sammlung und Analyse von bereichsübergreifenden Bildungsdaten wird als Bildungsmonitoring bezeichnet. Für alle Bildungsbereiche des Landkreises werden Daten gesammelt, ausgewertet und durch eigene Analysen ergänzt. Eine solide Datenbasis, die Entwicklungen und Problemlagen aufzeigt weist uns darauf hin, wo gehandelt werden muss. Besteht diese Grundlage, geht es weiter. Hier hat sich eine besondere Arbeitsweise bewährt, erklärt Naumann „Wir arbeiten innerhalb des Projektes nach der Methode der  partizipativen Planungskultur. Einfach formuliert heißt das folgendes: Ist ein Problem- oder Handlungsfeld sichtbar, laden wir alle relevanten und für das Thema wichtigen Akteure ein. In so genannten Expertenrunden arbeiten diese dann an dem lokalisierten Problemen. Das was an Maßnahmen, Aktivitäten und Strukturänderungen in diesen Runden erarbeitet wird  ist deshalb nicht das Produkt von Lernen vor Ort. Wir nehmen lediglich eine Initiatoren- und Moderatorenrolle ein. Verwaltungsinterne und externe Akteure arbeiten so gemeinsam an regionalen Handlungsstrategien. Die Ergebnisse werden sozusagen durch diejenigen, die es betrifft, selbst erarbeitet.“ In der Praxis sind so verschiedene Dinge auf den Weg gebracht worden: Die Expertenrunde „Bildungsberatung“ hat eine kreisweite Bildungsberatung geschaffen. Ratsuchende können sich seit November Dienstags in Sondershausen und Donnerstag in Artern rund um Bildungsthemen beraten lassen. Interessierte BürgerInnen können sich im Bildungsportal „Bildungskompass“ über alle Anbieter und Angebote im Bildungsbereich informieren. In der Expertenrunde „IT-Tool“ ist an der Einführung einer verwaltungsinternen Datenerfassung gearbeitet wurden. Einheitlich und aufeinander abgestimmt können über alle Fachbereiche hinweg Daten gesammelt und genutzt werden. In der Expertenrunde „Berufsorientierung und Berufsausbildung vor Ort“ wurden zwei Positionspapiere zur Stabilisierung des Landkreises als Ausbildungsstandort erarbeitet und dem Thüringer Ministerium übergeben. In Kooperation mit der regionalen Wirtschaftsförderung wurde in den vergangenen Jahren das Azubi-Speed-Dating im Rahmen der Berufsinfotage organisiert. Die Expertenrunde „kulturelle Bildung“ hat die Vernetzung und den fachlichen Austausch unter den Bibliotheken initiiert. Die Expertenrunde Ehrenamt arbeitet an einem Konzept zur Förderung des Ehrenamtes im Kyffhäuserkreis. Viele weitere Meilensteine könnte man noch nennen. Das wesentlichste Erfolgskriterium ist bei allen Dingen die Vernetzung, insbesondere mit den „Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung“, erklärt die Projektleiterin weiter.

Neben der Anbindung an die Verwaltung sind die Mitarbeiter von „Lernen vor Ort“ intensiv mit regionalen Gremien im Austausch. Neben der Vorstellung und Legitimation wesentlicher Handlungsfelder im Kreistag, wird in einigen Bereichen sehr eng mit dem Bildungsausschuss zusammengearbeitet.

„Das Projekt läuft noch bis August 2014. Innerhalb des nächsten Jahres wollen wir die Ansätze, insbesondere die Arbeitsweise und die geschaffenen Strukturen, genau analysieren. Einhergehend mit dem zweiten Bildungsbericht geht es dabei um die Frage: Welche Strukturen haben sich bewährt und welche nicht? Was dem Kreis gut tut, muss bleiben. Alles andere wird aussortiert!“ erläutert Naumann abschließend. Man darf gespannt sein, ob es „Lernen vor Ort“ gelingt, die guten und erprobten Strukturen langfristig zu verankern. Auch dabei müssen alle Partner und Akteure an einem Strang ziehen und verhindern, dass aus Fortschritt Rückschritt wird.

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