Pressemeldung vom: 11.06.2014 - 14:06 Uhr

Vorstellung der Preisträger des „Kyffhäuser Ehrenamtspreises“ 2014 - Kategorie „Selbsthilfe und Gesundheit“ - Herr Fritz Apel aus Greußen

Ehrenamtliches Engagement passiert in vielen Bereichen des Lebens. Ob im Sport, im Jugend- oder Seniorenclub, bei der Feuerwehr, ob bei freiwilligen sozialen Diensten, in der Kirchgemeinde, in Chören oder Kunstvereinen, bei Initiativen im Umwelt- oder Tierschutz – ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeit ist für unser Gemeinwohl und den Landkreis ebenso wichtig wie unersetzlich.

Um die Personen, Vereine und Initiativen für ihr Engagement zu würdigen, fand am 23. Mai 2014 die erste Ehrenamtsgala des Kyffhäuserkreises im Burghof Kyffhäuser statt.

Es wurden zehn Personen mit dem „Kyffhäuser Ehrenamtspreis“ ausgezeichnet, die sich durch ihr Engagement in einem Verein, einem Verband, einer Einrichtung, einer Initiative oder Ähnlichem besonders verdient gemacht haben.

In den folgenden Tagen möchten wir Ihnen die zehn Preisträger vorstellen.

In der Kategorie „Selbsthilfe und Gesundheit“ wurde Fritz Apel aus Greußen für sein langjähriges Engagement im und für den Regionalverband der hörgeschädigten und tinnitusbetroffenen Menschen im Kyffhäuserkreis geehrt. Laudatoren zur Ehrenamtsgala waren Herr René Hartnauer, Bürgermeister Stadt Greußen, und Brigitte Neumann, Vorsitzende Regionalverband hörgeschädigter und tinnitusbetroffener Menschen Kyffhäuserkreis e.V.

Wie ein Mensch sein Schicksal meistert,
ist wichtiger, als was sein Schicksal ist.
Friedrich Wilhelm Christian Karl Ferdinand Freiherr von Humboldt
(1767 - 1835)

Fritz Apel, eine starke Persönlichkeit, stets bedacht mit Achtung und Respekt seiner Mitarbeiter, bekam Anfang der achtziger Jahre die Diagnose, dass eine Blinddarmentzündung verkannt wurde. Folge war, dass im Nachgang mehrere Operationen und Behandlungen notwendig waren, da andere Organe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Innerhalb dieser Nachbehandlung bekam Herr Apel ein Medikament verabreicht, welches als Nebenwirkung den Verlust seines Hörsinns zur Folge hatte. Nun - so konnte man aus Familienkreisen erfahren - begann der eigentliche Leidensweg.

Der Verlust eines unserer Sinne hat zur Folge, dass man lernen muss, die anderen Sinne spezieller zu nutzen. Für den Betroffenen entstehen schwere Folgen: die Leistungsfähigkeit sinkt, der soziale Umgang mit   Mitmenschen wird auf eine harte Probe gestellt und es entwickeln sich psychische Probleme. Dies alles musste Fritz Apel auch noch in seiner Funktion als Betriebsleiter eines großen (damals) volkseigenen Betriebes meistern.

In dieser Phase wurde ihm deutlich, dass er einer Randgruppe angehört, die eben keiner hört – im wahrsten Sinne des Wortes. Er setzte seine gesamte Energie ein, um denen zu helfen, die sein Schicksal teilen. Es reifte die Entscheidung, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der inzwischen seinem 20. Jahrestag entgegen geht.

Diesen Verein „Regionalverband hörgeschädigter und tinnitusbetroffener Menschen Kyffhäuserkreis“ gründete Fritz Apel mit einigen Mitstreitern im Dezember 1994. Er wurde Vorsitzender und bekleidete diese Funktion bis 2012.

Der Verband hat heute über 50 Mitglieder und ist der größte Hörgeschädigtenverband in Thüringen. Fritz Apels Energie, seiner Initiative und auch seiner Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass der Regionalverband nicht nur regional, sondern auch landesweit ein geachteter Partner der behinderten hörgeschädigten Menschen ist.

Sein energischer Kampf um die Rechte hörbehinderter Menschen macht ihn auf Landesebene zu einer anerkannten Persönlichkeit. Konstruktive Auseinandersetzung mit Verantwortungsträgern aus Parteien, Verwaltung und Wirtschaft verfolgten immer das Ziel, Barrieren für Hörgeschädigte abzubauen, sie in die Gesellschaft zu integrieren und sie als vollwertige Menschen anzuerkennen.

Herr Apel baute ein Netzwerk aus Kliniken, Ärzten, Wissenschaftlern, wohltätigen Einrichtungen und Vereinen auf – immer darauf ausgerichtet, die Situation hörbehinderter Menschen zu verbessern und ihnen bei ihrer Lebensbewältigung zu helfen. Unzählige Aufklärungsveranstaltungen zum Thema Hörschädigung fanden bei Polizei, bei Feuerwehren, in Schulen, in öffentlichen Einrichtungen und Betrieben statt.

Ein bekannter Philosoph sagte einmal:
„Nicht Sehen entfernt von den Dingen, nicht Hören entfernt von den Menschen.“

Genau das wollte und will Fritz Apel verhindern und dafür erhielt er in der Kategorie „Selbsthilfe und Gesundheit“ den „Kyffhäuserkreis Ehrenamtpreis“ am 23.05.2014.

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