Schutzgebiete

Bestimmte Teile von Natur und Landschaft, die sich durch ihre Seltenheit, Eigenart, Schönheit, den Erholungs- oder den wissenschaftlichen Wert auszeichnen oder denen eine besondere Bedeutung für den Naturhaushalt oder als Lebensraum wild lebender Arten zukommt, bedürfen einer gesonderten Unterschutzstellung.
 
Hierbei unterscheidet man u. a. vom Kreis und vom Land ausgewiesene Schutzgebiete. Die Festsetzung von Naturdenkmälern (ND), Flächennaturdenkmälern (FND) und Geschützten Landschaftsbestandteilen (GLB) geschah zwischen 1957 und 1994 durch die jeweils zuständigen Kreisverwaltungen (DDR, BRD; Artern, Sondershausen, später Kyffhäuserkreis). Diese Schutzgebiete liegen demnach auch in der Verantwortung des Landratsamtes Kyffhäuserkreis. Vom Land wurden unterdessen verschiedene Naturschutzgebiete (NSG), der Naturpark (NP) und die Landschaftsschutzgebiete (LSG) ausgewiesen. Weiterhin sind bzw. waren im Kyffhäuserkreis vier Großprojekte (Naturschutzgroßprojekte „Kyffhäuser“ und „Hohe Schrecke“ sowie die EU-Life-Projekte „Binnensalzstellen in Nordthüringen“ und „Steppenrasen Thüringens“) ansässig. Diese wurden/werden mit Fördermitteln der EU, der Bundesrepublik, des Freistaates Thüringen und der Träger durchgeführt. Weiterhin verfügt der Kyffhäuserkreis großflächig über europaweit geschützte Flächen, wie die Vogelschutzgebiete und die FFH-Gebiete (zusammen Natura-2000-Gebiete).

Naturdenkmale, Flächennaturdenkmale und Geschützte Landschaftsbestandteile

application/pdf kreisliche Schutzgebiete.pdf (101,4 KiB)

Die Naturschutzgebiete, den Naturpark, die Landschaftsschutzgebiete, die Vogelschutzgebiete und die FFH-Gebiete

Diese Schutzgebiete des Kyffhäuserkreises können Sie sich in folgender Karte anzeigen lassen:
 

Großprojekte

Naturschutzgroßprojekt „Kyffhäuser“

Luftaufnahme Naturschutzgroßprojekt "Kyffhäuser"
Die auf engstem Raum zu findende einzigartige Struktur- und Artenvielfalt (Flora, Fauna) des Kyffhäusergebirges lassen es zu einem der kulturhistorisch, geologisch sowie naturschutzfachlich bedeutendsten Gebiete Mitteleuropas werden. Um diese herausragende Bedeutung längerfristig zu sichern, wurde in den 1990er Jahren das Naturschutzgroßprojekt „Kyffhäuser“ initiiert. Das Ziel war der Erhalt, die Pflege und die Entwicklung der überaus artenreichen Lebensräume (wärmegetönte Wälder, großflächige Mager- und Steppenrasen, artenreiche Ackerränder, Streuobstwiesen, …). Um dies zu erreichen wurden in dem 1997 bewilligtem und 2008 ausgelaufenen Projekt auf vielem hundert Hektar Pflegemaßnahmen (Entbuschung, Mahd, Anlage Obstwiesen, …) durchgeführt, über 600 Hektar Fläche aufgekauft und ein umfangreicher Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Ein Großteil der etwa 3000 ha großen Kernzone wurde mittlerweile als Naturschutzgebiete und Natura 2000-Gebiete gesichert. Für das Naturschutzgroßprojekt wurden finanzielle Mittel in Höhe von 5,9 Mio. Euro aufgebracht, welche zu 75% vom Bund, zu 15% vom Land und zu 10% vom Kyffhäuserkreis als Projektträger getragen wurden. Seit 2008  wird das Projekt in der Obhut des Kyffhäuserkreises fortgeführt.

Obstsortengarten

Drogans Gelbe Knorpelkirsche
Streuobstwiesen und Obstbaumreihen sind strukturreiche und bedeutungsvolle Lebensräume, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine wertvolle Lebensgrundlage bieten. Da viele alte Obstsorten heute jedoch nicht mehr gepflanzt bzw. in Baumschulen vermehrt werden, droht mittelfristig ein unwiederbringlicher Verlust der genetischen Vielfalt. Um dies im Kyffhäusergebiet zu verhindern, wurde der Obstsortengarten auf dem Schlachtberg bei Bad Frankenhausens im Jahre 2000 durch die untere Naturschutzbehörde des Kyffhäuserkreises in Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung ins Leben gerufen. Auf den etwa 15 ha großen Streuobstwiesen mit rund 1700 Obstbäumen in trockenwarmer Südlage werden mittlerweile etwa 700 verschiedene Apfel-, Birnen-, Pflaumen-, Aprikosen-, Pfirsich- sowie Kirschsorten erhalten. Schwerpunkt hierbei bilden regionale, mitteldeutsche und thüringische Sorten. Diese kommen z. T. nur noch im Sortengarten bei Bad Frankenhausen vor. Aufgrund der für Mitteldeutschland einzigartigen Sortenvielfalt wurde der Sortengarten mit in den Bestand der Deutschen Genbank Obst aufgenommen und trägt so deutschlandweite Verantwortung im Rahmen des Obstsorten-Erhalts.

EU-Life-Projekt „Binnensalzstellen Nordthüringens“

Binnensalzstellen Esperstedter Rieth
Das hydrodynamisch stark von der Unstrut beeinflusste Riedgebiet zwischen Bad Frankenhausen, Schönfeld und Oldisleben gehört zu den bedeutendsten Binnensalzstellen Mitteleuropas. In der ca. 500 ha großen Senke ist durch den Salzwasseraufstieg der untergelagerten Salzschichten im Zusammenspiel mit der Grünlandbewirtschaftung (Rinderweide, Mähwiesen) eine großflächig ausgeprägte Salzflora entstanden. Anlässlich dessen wurde 2003 das Projekt „Erhaltung und Entwicklung der Binnensalzstellen Nordthüringens“ mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einer Förderung von 2,4 Mio. Euro ins Leben gerufen. Im Rahmen dessen wurden Managementpläne erstellt, denen eine aktuelle Bestandsaufnahme der Salzpflanzen zugrunde lag und die Vorschläge bezüglich einer verbesserten Steuerung des Wasserhaushalts, künftiger Nutzung und Pflege sowie Artenhilfsprogramme lieferten. Um dies zu realisieren begann man nach und nach mit dem Flächenkauf, sanierte das Grabensystem sowie dazugehörige Wasserbauwerke, etablierte eine extensive Landwirtschaft und rundete das Projekt mit einem breiten Spektrum an Öffentlichkeitsarbeit ab. Das Projekt wurde in der Regie und Verantwortung des Freistaates Thüringen durchgeführt, der Freistaat wurde auch Eigentümer der mit Projektmitteln aufgekauften Flächen. Nähere Informationen zum Projekt erhalten sie unter:
 

Naturschutzgroßprojekt „Hohe Schrecke“

Lauftaufnahme Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke
Das nahezu unzerschnittene Waldgebiet der Hohen Schrecke ist wertvoller Lebensraum zahlreicher seltener Tiere und Pflanzen und spielt eine wichtige Rolle im Biotopverbund. Die Naturstiftung David, die bereits seit 2009 Projektträger in der Hohen Schrecke („Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“) ist, bekam 2014 einen Förderbescheid in Höhe von etwa 11 Mio. Euro für ihr Projekt zur Erhaltung und Entwicklung des urwüchsigen Waldgebietes zugesprochen (Flächenkauf, Waldumbau, Pflege, Projektmanagement). Nach einer dreijährigen Planungs- und Vorbereitungsphase sollen nun auf dem knapp 7.300 ha großen Projektgebiet Maßnahmen zum Naturschutz sowie zur Regionalentwicklung zum Tragen kommen. Somit sollen hier u. a. die Entwicklung eines forstlich ungenutzten „Urwalds“ sowie Artenschutzprogramme und der naturnahe Tourismus sowie die regionale Wirtschaft gefördert werden. Nähere Informationen zum Naturschutzgroßprojekt erhalten sie unter:
 

EU-Life-Projekt „Steppenrasen in Thüringen“

Steppenrasen - Stengelloser Targant
Steppenrasen, die man bei uns hauptsächlich im Zechsteinband des Kyffhäusers, auf den Bottendorfer Hügeln und auf den Muschelkalkhängen der Hainleite findet, sind karge, fast baumlose Graslandschaften auf sonnenexponierten und sommertrockenen Standorten, die in Deutschland ihre westlichste Verbreitungsgrenze finden. Damit langfristig dafür Sorge getragen werden kann, dass diese Standorte auch weiterhin größtenteils gehölzfrei bleiben, sollte eine traditionelle Beweidung mit Schafen oder Ziegen etabliert bzw. erhalten und gefördert werden. Um die vielerorts über die Jahre stark verbuschten und verbrachten Flächen wieder aufzuwerten und in einen guten Ausgangszustand für die Beweidung zu bringen, wurde das LIFE-Projekt "Erhaltung und Entwicklung der Steppenrasen Thüringens“ durchgeführt. Im Rahmen des in der Trägerschaft des Freistaates Thüringen durchgeführten Projekts wurden im Zeitraum von 2009 bis 2015 etwa 5 Mio. Euro verendet. Nach Projektende liegt die Verantwortung und das weitere Management beim Freistaat. Nähere Informationen zum Projekt erhalten sie unter:
 

Landschaftsplanung

Eine Übersicht, welche Landschaftspläne es gibt und welche Gemarkungen diese einschließen, erhalten Sie in folgender Tabelle:
Bei noch offenen Fragen sowie zum Erhalt weiterer Informationen wenden Sie sich an die Untere Naturschutzbehörde.
 
Landratsamt Kyffhäuserkreis
Amt für Umwelt, Natur und Wasserwirtschaft
Untere Naturschutzbehörde (UNB)    
Markt 8
99706 Sondershausen
 
Ansprechpartner:
Herr J.Pusch
Telefon: 03632/ 741230
E-Mail: Kontakt
 
Herr U.Henze
Telefon: 03632/ 741335
E-Mail: Kontakt
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