Bürgerservice

Informationen zum Corona-Virus

Fragen und Antworten rund um das Coronavirus

Was muss man zum Thema Entschädigung bei Verdienstausfall wegen notwendiger Kinderbetreuung wissen?

Fragekatalog zu §56 Absatz 1a  Infektionsschutzgesetz

 

Was ist eine Quarantäne?

Eine Quarantäne liegt vor, wenn sich eine bestimmte Person eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort (z.B. eigene Wohnung) aufhalten muss und sich in der Zeit nicht frei bewegen darf. Ein Beispiel: Eine Person, die in Kontakt mit einem mit COVID-19 infizierten Menschen stand, wird unter Quarantäne gestellt bis klar ist, ob sie selber auch infiziert ist. Wichtig: Eine Quarantäne im Sinne des Gesetzes muss immer von der zuständigen Behörde (Landratsamt) angeordnet werden, um einen Entschädigungsanspruch auszulösen. Freiwillige Quarantänen oder Quarantänen aufgrund von "Empfehlungen" entsprechen diesen Voraussetzungen nicht!

 

Wann besteht ein Anspruch auf Entschädigung von Verdienstausfällen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG)?

Ein Anspruch auf Entschädigung von Verdienstausfällen nach dem IfSG besteht im Zusammenhang mit einer durch eine zuständige Behörde (Landratsamt) angeordnete Quarantäne bzw. einem Tätigkeitsverbot. Berechtigte sind hierbei Arbeitnehmer*innen, Selbstständige und Freiberufler*innen, gegen die direkt eine Quarantäne bzw. ein Tätigkeitsverbot ausgesprochen wurde. Kein Anspruch besteht bei Arbeitsunfähigkeit, Urlaub und vorübergehender Verhinderung nach § 616 BGB.

 

Handelt es sich um eine Quarantäne, wenn Reiserückkehrer*innen aus sog. Risikogebieten 14 Tage zu Hause bleiben sollen?

Nein, auch wenn empfohlen wurde, Sozialkontakte zu meiden und zu Hause zu bleiben, handelt es sich hierbei nicht um die Anordnung einer Quarantäne nach dem IfSG. Sofern Arbeitnehmer*innen nicht arbeitsunfähig sind, sind sie zur Erbringung der Arbeitsleistung verpflichtet. Ja, wenn nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet eine Quarantäne in Deutschland von der zuständigen Behörde, angeordnet worden ist.

 

Besteht ein Anspruch auf Verdienstausfall bei einer freiwilligen Quarantäne?

Nein, da es sich hierbei nicht um die Anordnung einer zuständigen Behörde (Landratsamt) handelt.

 

Haben Eltern einen Anspruch auf Leistungen nach dem IfSG, wenn ihr minderjähriges Kind unter Quarantäne steht?

Nein. Es besteht wegen der notwendigen Betreuung des Kindes kein Anspruch auf Entschädigung nach dem IfSG. Eventuell können Leistungen wegen notwendiger Kinderbetreuung gem. § 56 Abs. 1a IfSG gezahlt werden.

 

Besteht ein Anspruch nach dem IfSG, wenn Eltern(-teile) selbst von einer Quarantäne betroffen sind?

Ja, wenn Eltern(-teile) selbst von einer Quarantäne betroffen sind, besteht ein Anspruch nach dem IfSG. Die Quarantäne muss durch die zuständigen Behörden angeordnet worden sein. Kein Anspruch besteht bei Arbeitsunfähigkeit, Urlaub und vorübergehender Verhinderung nach § 616 BGB.

 

Ich habe ein Rezept meines (Haus)-Arzt erhalten, dass ich zwei Wochen zu Hause bleiben soll. Ist dies eine Quarantäne?

Nein, eine Quarantäne muss als freiheitsbeschränkende Maßnahme behördlich angeordnet werden. Das Rezept eines Arztes stellt nur eine Empfehlung dar und hat keine behördliche Wirkung.

 

Fallen die Erlasse (Allgemeinverfügungen, Verordnung) zur Schließung von Schulen, Kitas u.a. unter die Erstattungsregelungen?

Nein. Die angeordneten Schließungen von Geschäften, Betrieben, Freizeiteinrichtungen, Sportstudios oder die Untersagung von Veranstaltungen aller Art stellen kein Tätigkeitsverbot im Sinne des Gesetzes dar. Diese Maßnahmen der beruhen jedoch auf einer anderen Rechtsgrundlage (§ 28 Abs. 1 Satz 2 IfSG), um durch Inanspruchnahme der Allgemeinheit die Ausbereitungsgeschwindigkeit der COVID-19-Epidemie zu senken. Deshalb wird wegen Betriebsschließungen oder Einnahmeausfällen infolge der Schließungen und Veranstaltungsabsagen keine Entschädigung des Verdienstausfalls gewährt.

 

Wer muss den Antrag nach dem IfSG stellen?

Der Antrag muss vom Arbeitgeber gestellt werden. Dieser muss den Lohn für längstens 6 Wochen - soweit tarifvertraglich nichts anders bestimmt ist - an betroffene Arbeitnehmer*innen fortzahlen und in Vorleistung gehen. Auf Antrag erhält der Arbeitgeber dann die ausgezahlten Beträge von der Landesregierung erstattet.

 

Können auch Selbstständige die Leistungen nach dem IfSG beanspruchen?

Ja, auch Selbstständige haben einen Anspruch auf Entschädigung, sofern sie durch eine behördliche Anordnung (Landratsamt) unter Quarantäne gestellt wurden oder gegenüber denen ein Tätigkeitsverbot ausgesprochen wurde.

 

In welcher Höhe wird eine Entschädigung gezahlt?

In den ersten sechs Wochen wird eine Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalls erstattet. Ab der siebten Woche erfolgt die Entschädigung in Höhe des Krankengeldes der gesetzlichen Krankenkasse. Der Verdienstausfall ist das Netto-Regelentgelt, welches anhand der letzten drei Gehaltsbescheinigungen ermittelt wird. Die Beiträge zur Sozialversicherung werden in Höhe des "Arbeitgeber-Bruttos" entschädigt. Die Aufwendungen zur sozialen Sicherung von Personen, die nicht gesetzlich sozialversichert sind, werden in angemessenem Umfang erstattet.

 

Erfolgt die Erstattung des Verdienstausfalles brutto oder netto?

Im Falle einer Quarantäne zahlt der Arbeitgeber die Gehälter weiter. Die Entschädigung des Verdienstausfalls erfolgt in Höhe des Nettoarbeitsentgelt zzgl. der Sozialversicherungsbeiträge.

 

Wie hoch ist die Erstattung des Verdienstausfalles bei Selbständigen?

Für Selbständige besteht ebenfalls ein Anspruch entsprechend dem Arbeitseinkommen, wobei Kosten der sozialen Sicherung angemessen berücksichtigt werden.

 

Wann wird keine Entschädigung gezahlt?

Wenn dem Grunde nach ein Anspruch besteht (Quarantäne, Tätigkeitsverbot i.S.d. Gesetzes), kann es dennoch nicht zur Entschädigung kommen, weil kein Verdienstausfall vorliegt. Die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 56) ist nachrangig: Personen, die zeitgleich arbeitsunfähig erkrankt sind, erhalten keine Entschädigung nach dem IfSG. Sie haben stattdessen den üblichen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bzw. auf das Krankengeld ihrer Krankenkasse. Darüber hinaus nicht für Auszubildende, die aus einem in ihrer Person liegenden Grund unverschuldet verhindert sind, ihre Pflichten aus dem Berufsausbildungsverhältnis zu erfüllen (gemäß § 19 Absatz 1 Ziffer 2 Buchstabe b BBiG). Auch bei Homeoffice haben Sie keinen Verdienstausfall. Und schließlich ebenfalls nicht bei fehlender Tarifregelung für eine relativ unerhebliche Zeit des Tätigkeitsverbotes (nach § 616 BGB).

 

weitere Antworten auf häufig gestellte allgemeine Fragen:

FAQ Freistaat Thüringen

Aufruf an Helferinnen und Helfer

Ehrenamtliche in Pflegeheimen gesucht!

Die 16 Alten- und Pflegeheime des Kyffhäuserkreises werden durch die Corona-Pandemie vor neue, schwer zu bewältigende Aufgaben gestellt. In einigen Heimen haben wir große personelle Probleme.

Um dem entgegenzuwirken, suchen wir nun ehrenamtliche Helfer*innen, welche sich bereiterklären, die Alten- und Pflegeheime bei ihren Aufgaben zu unterstützen.

Die zu bewältigenden Aufgaben sind zum Beispiel:

  • Hilfen bei Testungen von Mitarbeiter*innen, Bewohner*innen oder Besucher*innen,
  • Umsetzung der Besucherregelungen,
  • Unterstützung in der Betreuung und/oder grundpflegerischen sowie hauswirtschaftlichen Tätigkeiten.

Für einen Einsatz im Pflegeheim sind medizinische Vorkenntnisse wünschenswert, aber nicht für alle benannten Aufgaben notwendig. Beim Einsatz direkt in der Pflege ist ein Gesundheitsausweis notwendig.

 

Die Anmeldung für eine ehrenamtliche Tätigkeit wird über die Leiterin der Ehrenamtsagentur des Kyffhäuserkreises, Frau Bierwisch (Telefon: 03632 / 741-529, E-Mail: ehrenamt@kyffhaeuser.de) koordiniert. Das Kontaktformular finden sie hier:

Corona-Bürgerhotline
Wichtige Kontaktdaten für Eltern und Kinder
Informationen für Reiserückkehrer (02.12.2020)
Hinweise für Einreisende aus einem Risikogebiet in den Kyffhäuserkreis
 
Die Bestimmungen für Reiserückkehrer regelt die Fünfte Thüringer Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende zur Bekämpfung des Coronavirus Sars-CoV-2. Sie ist gültig ab dem 08.11.2020.

Sie sind aus einem Risikogebiet in den Kyffhäuserkreis eingereist? Das müssen Sie beachten:
  • Wenn Sie aus dem Ausland nach Thüringen einreisen und sich innerhalb von 10 Tagen vor der Einreise in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet außerhalb der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten haben, sind Sie grundsätzlich verpflichtet, sich für 10 Tage nach Einreise in häusliche Quarantäne zu begeben.

  • Seit dem 8. November müssen Sie sich unter www.einreiseanmeldung.de über eine digitale Einreiseanmeldung anmelden. Ihre Reise- und Kontaktdaten werden an das zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet.

  • Für Reiserückkehrende ohne Symptome gilt: Frühestens nach einer fünftägigen Quarantäne kann ein Test erfolgen. Ist dieser Test negativ, kann die Quarantäne vorzeitig beendet werden. Treten während der Quarantäne Symptome auf, ist ein Test – unabhängig vom Zeitpunkt – verpflichtend. In jedem Fall ist das Gesundheitsamt des Kyffhäuserkreises darüber zu informieren. Der Test ist für Einreisende aus Risikogebieten innerhalb von 10 Tagen nach Einreise ist noch bis zum 15. Dezember kostenlos.

  • Beachten Sie die Ausnahmeregelungen zur Quarantänepflicht nach der Fünften Thüringer Quarantäneverordnung. Neu sind spezielle Ausnahmen für kurze Aufenthalte in Risikogebieten (unter 24 Stunden bzw. unter 72 Stunden). Darüber hinaus gelten weiterhin Ausnahmen, zum Beispiel für dringend benötigtes medizinisches Personal oder Beschäftigte im Waren- und Gütertransport.
 
Hinweise:
Haben Sie bereits ein Testergebnis vorliegen, senden Sie dieses bitte unter Angabe Ihrer persönlichen Daten an folgende
 
 
Die Telefonhotline des Kyffhäuserkreises erreichen Sie unter
03632 741 444 von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 9-15 Uhr und am Freitag von 9-12 Uhr
 
 
Links:
Thüringer Verordnungen
Allgemeinverfügungen
Pressemitteilung Corona (Neue Pressemitteilung vom 21.01.21)
Informationen Corona für Pflegeeinrichtungen (31.08.2020)
Informationen Corona für Unternehmen

Coronavirus: Aktuelle Informationen für Unternehmen (Stand: 11.01.2021)

Im Folgenden haben wir für Sie Links mit Unterstützungsinformationen und Hinweisen zu unternehmensrelevanten Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zusammengefasst:

1. BMWi Wirtschaftshilfen

2. BMBF Förderrichtlinie „Ausbildungsplätze sichern“

3. Informationen der Thüringer Aufbaubank

4. Bundesagentur für Arbeit 

5. Thüringer Finanzämter: Sicherung der Liquidität

  • Kontakt Finanzamt Sondershausen 
    Tel.: 03632 742 0
    E-Mail: poststelle@finanzamt-sondershausen.thueringen.de 

6. KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau

7. Bürgschaftsbank Thüringen

8. Handwerkskammer Erfurt

9. Informationen der IHK Erfurt

10. Informationen zur Entschädigung für Einzelunternehmer, Freiberufler und Arbeitnehmer bei Verdachtsfall oder Ansteckung

11. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Coronavirus: Zusätzliche Informationen für die Tourismuswirtschaft

12. Deutscher Tourismusverband e.V.

13. Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes

Für weitere Fragen oder sonstigen Unterstützungsbedarf wenden Sie sich jederzeit gern an uns.

Informationen Corona für Veranstaltungen (neue Antragsunterlagen)
Informationen Corona - Schulverwaltung / Sport
Informationen Corona - ÖPNV
Informationen Corona - Wohngeld

Antrag auf Mietzuschuss

Antrag auf Lastenzuschuss (für Eigenheim)

Veränderungsmitteilung Formular ( Veränderungen im laufenden Wohngeldbezug)

Bitte nutzen Sie das Formular WOHNG-016-TH-FL !
Videobotschaften der Landrätin











Informationen Corona - Thüringer Landesregierung

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Thüringen

https://corona.thueringen.de/

 

Aktuelle Informationen zum Tragen von einer Mund-Nasen-Bedeckung

https://www.tmasgff.de/covid-19/faq

 

Informationen Corona - Kassenärztliche Vereinigung

Nachfolgend finden Sie den Link zur Themenseite der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen mit allen wichtigen Informationen und einer Entscheidungshilfe zum Corona-Virus.

https://patienten.kvt.de/ihr-service-116117/corona-themenseite/

Willkommen im Bereich Bürgerservice. In dieser Themensuche können Sie Informationen über Schulen, Verwaltungsadressen, Selbsthilfemöglichkeiten, Soziale Einrichtungen, Soziale Projekte, Dienstleistungen und Dienstleistungsbereiche finden.

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Bitte beachten Sie, dass der Filter nach jedem Suchlauf zurückgesetzt werden sollte.

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Allgemeiner Sozialer Dienst

Kontakt

 
Anschrift:
Landratsamt Kyffhäuserkreis
Markt 8
99706 Sondershausen
Telefon: 03632 / 741-561
Telefax: 03632 / 741-88561
E-mail: jus[at]kyffhaeuser.de

Öffnungszeiten

Montag: geschlossen
Dienstag: 09:00 Uhr - 12:00 Uhr
13:00 Uhr - 18:00 Uhr
Mittwoch: geschlossen
Donnerstag: 09:00 Uhr - 12:00 Uhr
13:00 Uhr - 16:00 Uhr
Freitag: geschlossen
 

Aufgaben

  • Hilfen zur Erziehung
  • Beratung bei Trennung/ Scheidung/ Umgangsregelung
  • Adoptions- und Pflegekinderwesen
  • präventiver Kinder- und Jugendschutz
  • Jugendgerichtshilfe

Sollen wir ein Pflegekind aufnehmen?


Nicht jedes Kind hat die Möglichkeit, in seiner Familie aufwachsen zu können. Durch familiäre Krisensituationen und lebensbelasteten Faktoren kommt es immer häufiger dazu, dass Kinder aus ihren leiblichen Familien herausgenommen werden müssen. Umso wichtiger ist es daher, diesen Kindern stabile „Brücken“ anzubieten, welche ihnen die Möglichkeit geben, neue und lebensbejahende Erfahrungen zu machen. Stabile „Brücken“ sind Familien, die bereit sind, ein Kind in Pflege zu nehmen, es zu versorgen, zu erziehen und ihm Liebe und Fürsorge entgegen zu bringen.
 
Wir suchen in unserem Landkreis Kyffhäuser Menschen, die kurzzeitig oder dauerhaft „stabile Brücken“ für Kinder und Jugendliche sein können.
 

Was ist eine Pflegefamilie nach § 33 SGB VIII?

Die Aufgabe des Jugendamtes ist es, Kinder und Jugendliche, welche innerhalb ihrer leiblichen Familien gefährdet sein könnten, zu schützen. Diesen Schutz möchte die Kinder- und Jugendhilfe in einem familiären- und kinderfreundlichem Kontext gewährleisten.

Eine Pflegefamilie ist nach § 27 SGB VIII eine Hilfe zur Erziehung, „…wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist. Eine Unterbringung in eine Pflegefamilie -auch unter dem Begriff der Vollzeitpflege (§33 SGB VIII) bekannt- bedeutet die Betreuung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen über Tag und Nacht außerhalb des Elternhauses in einer anderen Familie.

Pflegefamilien arbeiten im Auftrag des Jugendamtes. Mittels eines Hilfeplanes nach § 36 SGB VIII werden Ziele und Vereinbarungen festgelegt. Nach einem halben Jahr wird der Hilfeplan fortgeschrieben, die aktuelle Situation des Kindes oder des Jugendlichen ausgewertet und die zu erreichenden Ziele überprüft.

Durch eine Pflegevereinbarung erhält die Pflegefamilie die Legitimation die alltäglichen Dinge des Kindes oder des Jugendlichen zu regeln (z.B. Anmeldung in Kindergärten oder Schule, Wahrnehmung von medizinischen Vorsorgeuntersuchungen etc.). Weiterhin werden innerhalb dieses Vertrages Festlegungen zwischen Herkunfts- und Pflegefamilien in Bezug auf das zu betreuende Kind oder des Jugendlichen getroffen. Beide Seiten verpflichten sich zum Wohle des Kindes zusammen zu arbeiten.

Mittels einer Umgangsvereinbarung zwischen Eltern, Pflegeeltern und dem Jugendamt werden Absprachen getroffen, in welchem Rhythmus Umgang der Kinder und Jugendlichen zu den leiblichen Eltern erfolgt und was es bei diesen Kontakten zu beachten gilt.
 

Was ist ein Pflegekind?

  • Ein Kind, welches auf bestimmte oder unbestimmte Zeit nicht bei seiner leiblichen Familie Leben kann.
  • Ein Kind, welches seine individuelle Geschichte und Erfahrung mitbringt.
  • Ein Kind, das aus einer Familie mit einer anstrengenden und krisenhaften Lebenssituation kommt.
  • Ein Kind, dass durch erfahrene Krisensituation besondere eigene Stärken entwickelt hat.
  • Ein Kind, das manchmal schwierige und besondere Verhaltensweisen an den Tag legt.
  • Ein Kind, dass in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht hat, dass man es sich nicht auf Erwachsene verlassen konnte.
  • Ein Kind, dass seine leiblichen Eltern liebt, egal, welche Erfahrungen es bei Ihnen gemacht hat.
  • Ein Kind, welches ein Bindeglied zwischen 2 Familien ist (Herkunfts- und Pflegefamilie).
  • Ein Kind, dass Sie braucht, um ihm ein Zuhause zu geben.
  • Ein Kind, das Sie braucht, um seine Vergangenheit und sich selbst zu akzeptieren.

Pflegeformen:

Im Pflegekinderwesen unterscheidet man zwischen Bereitschafts-, Kurzzeit- und Dauerpflegeverhältnissen.

Bereitschaftspflege:
Bereitschaftspflege bietet die Möglichkeit der kurzfristigen Unterbringung (Tage bis Wochen) von Kindern und Jugendlichen in einer Familie, oftmals im Rahmen einer Inobhutnahme gemäß § 42 SGB VIII. Sie dient dazu eine geeignete Perspektive für die betroffenen Kinder und Jugendlichen vorzubereiten. Bereitschaftspflegestellen benötigen ein hohes Maß an Flexibilität und Einfühlungsvermögen. Sie müssen rund um die Uhr erreichbar sein und das Jugendamt bei Abwesenheit informieren.

Kurzzeitpflege:
Kurzzeitpflegestellen nehmen für eine befristete Zeit (Wochen bis Monate) Kinder auf, weil in den leiblichen Familien unvorhersehbare und belastende Situationen aufgetreten sind. Sie dient zur Überbrückung der Notlage (z.B. Krankenhausaufenthalte, Therapien etc.) mit dem Ziel, dass das Kind oder der Jugendliche nach befristeter Zeit wieder in seine Herkunftsfamilie zurückgeführt werden kann. Kurzzeitpflegestellen müssen bestrebt sein, einen möglichst engen Kontakt zu den Herkunftseltern zu halten.

Dauerpflege:
Ein Dauerpflegeverhältnis ist eine lange andauernde Hilfeform und kommt in Betracht, wenn die Lebens- und Erziehungsbedingungen des Kindes oder des Jugendlichen durch die Herkunftsfamilie gefährdet sind und in absehbarer Zeit keine diesbezügliche keine Verbesserungen eintreten. Die Dauerpflege soll dem Kind eine Lebensperspektive bieten, in welcher es Stabilität, Sicherheit, Schutz und Liebe erfährt, sodass verlässliche und stabile Beziehungen zwischen Pflegekind und Pflegefamilie eingegangen werden können und sich das Kind beheimatet fühlt. Es ist weiterhin zu prüfen, ob eine Rückführung in den elterlichen Haushalt möglich ist. Im Dauerpflegeverhältnis ist weiterhin zu überprüfen, ob das Kind in die Pflegefamilie veradoptiert werden kann.
 
Voraussetzungen:
  • Sie haben Erfahrungen in der Betreuung und Erziehung von Kindern (ggf. eine pädagogische, therapeutische oder pflegerische Ausbildung)?
  • Sie haben die Fähigkeit, die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zu erkennen?
  • Sie verfügen über Einfühlungsvermögen, Toleranz, Verständnis gegenüber Kindern und Jugendlichen und deren individuellen Lebensgeschichten?
  • Sie sind tolerant im Umgang mit Familien und Kindern aus anderen sozialen Schichten und deren Problemlagen?
  • Sie haben Zeit, um den anvertrauten Kindern Geborgenheit, Zuwendung und Sicherheit zu geben?
  • Sie haben die Fähigkeit, den Kontakt zu den leiblichen Eltern des Kindes zuzulassen und ggf. zu fördern?
  • Sie sind ausdauernd, belastbar und konfliktfähig?
  • Sie haben ausreichenden Wohnraum und geordnete finanzielle Verhältnisse?
  • Sie sind aufgeschlossen mit dem Jugendamt Kyffhäuserkreis zusammen zu arbeiten und für das anvertraute Kind zusätzliche Hilfe in Anspruch zu nehmen?
  • Sie sind bereit an Seminaren und Fortbildungen für Pflegeeltern teilzunehmen?
Bewerbungsverlauf:
Wenn Sie sich dazu entschließen sollten, Pflegeeltern zu werden, müssen Sie sich einem entsprechenden Prüfverfahren stellen. Der Verlauf sieht wie folgt aus:
  1. Bei Interesse wenden Sie sich an den Pflegekinderdienst des Kyffhäuserkreises.
  2. Es erfolgt ein Erstgespräch im Jugendamt, bei denen Sie Grundinformationen erhalten.
  3. Sie werden gebeten, alle nötigen Unterlagen einzureichen (u.a. Bewerberbogen- möglichst mit Bildern, Lebenslauf, Motivationsschreiben, Führungszeugnis, Amtsärztliches Gutachten, Einkommensnachweis).
  4. Es erfolgt ein Hausbesuch, um Sie in ihrem persönlichen Umfeld kennen zu lernen.
  5. Sie nehmen an einer Pflegeelternbewerberschulung teil (meist 3-tägiges Seminar, in welchem Sie im Hinblick auf entwicklungspsychologische Grundlagen von Kindern und Jugendlichen, die Bedeutung von Bindung und Beziehung, der Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie sowie rechtliche und finanzielle Regelungen aufgeklärt werden).
  6. Sie erhalten eine schriftliche Bestätigung oder Ablehnung, ob Sie als Pflegeeltern geeignet sind.

Welche Unterstützung bietet Ihnen das Jugendamt?

  • Betreuung, Beratung und Unterstützung bei der Integration des Kindes in Ihrer Familie
  • Krisenhilfe in für Sie besonders schwierigen Situationen und Zeiten großer Belastung
  • Austausch mit anderen Pflegeeltern z.B. bei regelmäßigen Pflegeelterntreffen an den Standorten Sondershausen, Bad Frankenhausen und Roßleben
  • themenspezifische Weiterbildungen
  • Unterstützung bei zusätzlichen Hilfen (Psychologen, Erziehungsberatungsstellen etc.)
  • Sicherung des Unterhaltes für das Pflegekind mit angemessener Honorierung Ihrer Erziehungsleistung
Fühlen Sie sich angesprochen?

Fühlen Sie sich der Aufgabe als Pflegeeltern gewachsen?

Dann wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an:
 
Landratsamt Kyffhäuserkreis
Jugend- und Sozialamt
Allgemeiner Sozialer Dienst
Bereich Pflegekinderwesen
Markt 8
99706 Sondershausen
 
Frau Eigendorf Tel.: 03632 / 741-630 E-Mail: b.eigendorf[at]kyffhaeuser.de
Frau Helbing Tel.: 03632 / 741-647 E-Mail: m.helbing[at]kyffhaeuser.de
 

Hinweise & Merkblätter

wichtige Links

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