Pressemeldung vom: 24.10.2019 - 15:10 Uhr

Brandschutz- und Sicherheitserziehung an den Grundschulen im Kyffhäuserkreis

Kinder sammeln heute immer weniger persönliche Erfahrungen mit den Elementen Feuer, Wasser und Luft. Sie erleben diese Dinge meistens aus zweiter Hand durch die verschiedensten Medien. Jährlich gibt es etwa 40 – 50 Todesfälle bei Kindern durch Rauch und Flammen. Hinzu kommt noch eine erhebliche Anzahl von Brandverletzungen mit teilweise lebensbedrohlichen Folgen. Bereits eine kindgerechte Aufklärung kann hierbei zur Risikominimierung beitragen.
Aus diesem Grund führt Herr Jeffrey Schulz an drei Tagen Ende Oktober und Anfang November Brandschutzerziehung mit den Erstklässlern durch. Eröffnet wird diese durch Frau Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) am Dienstag, den 29.10.2019 um 08:00 Uhr im Feuerwehr-Gerätehaus in Bad Frankenhausen (Bachmühlenweg 27), wozu ich die Medienvertreter recht herzlich einladen möchte.

Gerade bei der Thematik „Feuer und Brandschutzerziehung“ bietet es sich an, Anregungen von außen in die Schulwirklichkeit mit einzubeziehen. Kinder sind häufiger aus Unwissenheit Brandverursacher. Sie haben nie gelernt Situationen richtig einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Genau hier setzt die Brandschutz- und Sicherheitserziehung an. Nicht nur das Erlernen von verantwortungsbewusstem Umgang mit Feuer trägt zur Verhütung von Verletzungen und Schäden bei, sondern auch die aktive Auseinandersetzung mit der Problematik wirkt vorbeugend. Auf den natürlichen Entdeckerdrang der Kinder einzugehen ist wirksamer als Verbote und abschreckende Erklärungen.
Neben der Bevölkerungsaufklärung ist die Brandschutz- und Sicherheitserziehung auch ein wichtiger Türöffner für die dringend benötigten Feuerwehrleute von morgen. Derzeit gibt es in nahezu jeder Thüringer Gemeinde (ca. 1.000) eine Jugendfeuerwehr. Die Kinder werden von ehrenamtlichen JugendgruppenleiterInnen betreut. Neben Spiel und Spaß erwerben die Kinder und Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren wichtige Grundlagen eines späteren Feuerwehrmannes. Damit leisten die Jugendfeuerwehren DEN Grundstein für die Zukunft des zu erhaltenden flächendeckenden Systems der Freiwilligen Feuerwehren in Thüringen.

Das richtige Verhalten bei Brandgefahr, einem bereits ausgebrochenen Feuer oder anderen Notfallsituationen sollten nicht nur Kinder der Jugendfeuerwehr erfahren.

Kinder und Jugendliche müssen Kompetenzen erwerben, die sie zum bewussten Handeln befähigen. Eine frühzeitige altersgerechte und aktive Auseinandersetzung mit der Thematik „Feuer“ ist unabdingbar und somit nicht aus Kindergärten und Grundschulen wegzudenken. Durch die gewonnenen Erfahrungen soll Einfluss auf das Verhalten der Kinder genommen werden.

Daher ist es besonders wichtig, dass die Brandschutz- und Sicherheitserziehung alle Schülerinnen und Schüler erreicht. Folglich ist eine frühzeitige, altersgerechte und aktive Auseinandersetzung mit der Thematik „Feuer" unabdingbar. Durch die gewonnenen Erfahrungen soll Einfluss auf das Verhalten der Kinder genommen werden. Als erstes Bundesland hat Thüringen 2019 ein durchgängiges Konzept zur Brandschutz- und Sicherheitserziehung für Grundschulen vorgestellt. Zusammen mit dem Ministerium für Inneres und Kommunales, dem Ministerium für Jugend, Bildung und Sport, dem Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien sowie dem Thüringer Feuerwehrverband wurde das Konzept zur Brandschutz- und Sicherheitserziehung grundlegend überarbeitet und weiterentwickelt und steht nunmehr allen Brandschutzerziehern bzw. Lehrkräften als Unterstützung zur Verfügung. Als Ergänzung zum Sachkundeunterricht in der Grundschule wird die Brandschutz- und Sicherheitserziehung während des gesamten Schuljahres angeboten. Das ist nicht neu, da dies der Lehrplan bereits beinhaltete. Nunmehr soll durch hauptamtliche Kräfte eine fachliche und kontinuierliche Mithilfe den Grundschulen zur Seite gestellt werden. Durch unseren Mitarbeiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, Rettungsdienst des Landratsamtes wurden in den letzten Wochen und Monaten Gespräche mit SchulleiterInnen und LehrerInnen zur Umsetzung in den Grundschulen geführt. So nutzt man das Konzept „Lernen am anderen Ort“ und führt diese Unterrichtseinheiten in den jeweils örtlichen Feuerwehr-Gerätehäusern durch. Hier werden dann u. a. folgende Themen anschaulich vermittelt:
  • richtiger Umgang mit Zündmitteln
  • Gefährlichkeit des Brandrauches
  • Grundregeln des Notrufes
  • Verhalten im Brandfall
  • Abbau von Ängsten
  • Arbeit der Feuerwehr
Aufbauend auf diesem Konzept wurde eben bereits erwähntes Lehrbegleitheft entwickelt, welches durch unseren Mitarbeiter allen Grundschülern von der ersten bis zur vierten Klasse während der Brandschutz- und Sicherheitserziehung in der Schule zur Hand gegeben wird. Hier werden oben genannte Themen aufgegriffen und auf altersgerechte Weise visualisiert. Mit Spiel und Spaß sollen den Kindern diese wichtigen Themen vermittelt werden. Für jedes erfolgreich gemeisterte Themengebiet erhalten die Kinder einen Stempel in ihr Heft. Als Belohnung für ihr aufmerksames Mitmachen gibt es für jeden Schüler das Brandschutzabzeichen.

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