Sozialplanung

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Integrierte Sozialplanung – Armutsprävention im Kyffhäuserkreis

Armut und Armutsprävention kann man nicht eindimensional betrachten. Folgende Blickwinkel sind nötig, um die Armutsprävention auch im Kyffhäuserkreis umfänglich zu  beleuchten:

  • Blickwinkel der Zielgruppe:
    Aktive Einbeziehung von Kindern, Jugendlichen, Eltern, Familien, Senioren, etc., dies unter Anwendung verschiedener Beteiligungsformate. Dadurch wird es ermöglicht die Sicht der Fachleute und der Kommune zu erweitern, auf Umsetzbarkeit und Nutzung zu prüfen.

  • Strategischer Blickwinkel:
    Schaffung von Rahmenbedingungen und einer bedarfsentsprechenden Infrastruktur sowie struktureller Veränderungen innerhalb der Verwaltung durch eine fachvernetzte übergreifende Konzeption.

  • Materieller Blickwinkel:
    Auf die materielle Armutsbekämpfung hat die Kommune meist wenig Einfluss. Aber vor allem immaterielle Unterstützungsangebote kann die Kommune z.B. durch verbesserten Informationsfluss und Zugang zu Fördermöglichkeiten, den Aufbau von wohnortnaher niedrigschwelliger Infrastruktur an Beratungs- und Unterstützungsangeboten oder der Installation und Bekanntmachung von Netzwerkstrukturen im Sinne von Helfersystemen steuern.

Der Kyffhäuserkreis hat sich erfolgreich um die 2. Förderphase zum Ausbau und zur  langfristigen Etablierung sozialplanerischer Prozesse im Landkreis beworben. Grundlage für die Umsetzung ist die ESF-Förderung im Rahmen der Armutspräventionsrichtlinie des Freistaates Thüringen. Die Richtlinie ist bis 2021 ausgelegt.
 
Der Kyffhäuserkreis hat sich für ein lebenslaufbezogenes Verfahren im Zuge der Verankerung einer integrierten kommunalen Strategie entschieden. Die Betrachtung bestehender Planungen und die Erarbeitung neuer Instrumente erfolgen beginnend mit der frühen Kindheit und werden in Betrachtungen der Nacherwerbsphase münden. Ein frühes Einwirken im Sinne einer effektiven Prävention ist erforderlich. Mit kombinierten, ineinandergreifenden Unterstützungsangeboten können so im frühen Alter Grundsteine für den gesamten Entwicklungszeitraum, beginnend mit der Kindheit, gesetzt werden.

Nachdem in der 1. Förderphase 2016 – 2018 die ersten Umsetzungsschritte erfolgt sind (darunter Erstellung 1. Familienbericht für den Landkreis, Fortschreibung des Bildungsberichts in 3. Auflage, Erarbeitung einer Maßnahmeplanung im Rahmen der Armutspräventionsstrategie), sind für die kommenden 3 Jahre folgende Aktivitäten vorgesehen:

  • Beschäftigung einer/eines Planungskoordinatoren/in für den Landkreis zur fachübergreifenden integrierten Sozialplanung auf kommunaler Ebene
  • Begleitung der Umsetzungsprozesse in der Maßnahmeplanung im Rahmen der Armutspräventionsstrategie für die Lebensphasen „Kindheit“ und „Jugend“
  • Ableitung von notwendigen Zielen und Maßnahmen im Rahmen der Armutspräventionsstrategie für die Lebensphasen „Erwachsenenleben“ und „Senioren“
  • Recherche und Aktualisierung relevanter Daten unter Berücksichtigung von Armutslagen
  • Sichtung und Begleitung von Fortschreibungs- und Umsetzungsprozessen bestehender Teilfachpläne und Fachberichte mit dem Ziel der Armutsbekämpfung und -prävention (darunter z.B. Jugendhilfeplanung, Familienbericht, Bildungsbericht)
  • Weitere Nutzung des Steuerungsgremiums „Strategische Sozialplanung“ und relevanter Netzwerke zur Abstimmung von Prozessen (mit Blick auf Gesamtvorhaben und themenbezogen)


Der Kyffhäuserkreis verfügt bereits über zahlreiche Berichte, Pläne und umfangreiche Daten, die in die Arbeit der Sozialplanung einfließen. Neben der datenbasierten thematischen Berichterstattung soll es auch darum gehen, bestehende Angebote und Maßnahmen an die Lebenslagen und Bedarfe der Menschen vor Ort anzupassen und weiterzuentwickeln, vor allem mit Blick auf Armutsbekämpfung und -prävention. Bestehende und neue Planungsinstrumente sollen im Rahmen der Armutspräventionsstrategie aufgehen und die Ableitung von Handlungsempfehlungen für den Landkreis ermöglichen.

Kontakt

Anschrift:

Landratsamt Kyffhäuserkreis
Jugend- und Sozialamt
Sozialplanung
Markt 8
99706 Sondershausen

Ansprechpartnerin: Janin Panse
Telefon: 03632 / 741-622
Fax: 03632 / 741-88561
Sprechzeiten  
Montag - Freitag: 09.00 - 12.00 Uhr & 13.00 - 16.00 Uhr
  sowie nach Absprache